Das Carousel Magazin versteht sich als Open-Source-Plattform für den interdisziplinären Diskurs zu bauverwandten Themen. Die jährlich erscheinenden Ausgaben widmen sich jeweils einem spezifischen Themenschwerpunkt und verfolgen das Ziel, diesen aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zu beleuchten und zur Diskussion zu stellen.
Carousel Magazine defines itself as an open-source platform for interdisciplinary discourse on topics related to the built environment. Each annual issue is dedicated to a specific theme, aiming to explore it from a variety of professional perspectives and to invite discussion.
Für die erste Ausgabe des CAROUSEL MAGAZINS ISSUE#01 UNSICHTBAR laden wir dazu ein, das Thema Unsichtbarkeit in all seinen Formen zu diskutieren.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
- Der kleine Prinz
Architektur gilt als Disziplin des Sichtbaren. Sie materialisiert sich in Formen, Fassaden und Räumen, in Plänen und Bildern. Doch hinter dieser Sichtbarkeit entfaltet sich ein weit größeres Geflecht von Prozessen, Entscheidungen und Abhängigkeiten, die unsichtbar bleiben. Unsichtbarkeit ist keine Ausnahme, sondern die Normalität architektonischer Produktion.
Die Unsichtbarkeit liegt in der grauen Energie, die in Baustoffen gespeichert ist. Sie zeigt sich in den Entwürfen, die nie realisiert werden, und in der Arbeit, die verrichtet, aber nicht anerkannt wird. So undurchsichtig das Baurecht ist, prägt es sichtbar unsere gebaute Umwelt.
Nachhaltigkeit wird diskutiert, während Emissionen im Hintergrund fortgeschrieben werden. Unsichtbar sind verschwindende Bauten, deren Abriss Geschichte und Material zugleich tilgt. Gleichberechtigung wird gefordert, aber Machtverhältnisse reproduzieren sich selbst. Die Unsichtbarkeit steckt im Reinigen und Reparieren, denn Pflege und Erhalt werden erst sichtbar, wenn sie fehlen.
Unsichtbarkeit kann Zwang sein - Ausdruck von Prekarität, Abhängigkeit oder Ausschluss. Sie kann aber auch Strategie sein - eine Form des Entzugs, der Verschleierung und Marginalisierung.
Verschwindet der Diskurs über die gebaute Umwelt vielleicht schon schleichend aus der Öffentlichkeit? Das Unsichtbare zu sehen, zu benennen und zu hinterfragen, wird damit zur Aufgabe architektonischer Auseinandersetzung und darüber hinaus - wagen wir einen weiten Blick auf das Unsichtbare.
Welche unsichtbaren Normalitäten willst du sichtbar machen?
Teile deine Gedanken, Erkenntnisse und Fragen in einem freien Format zwischen Text, Bild und sonstigen Visualisierungen zum Thema UNSICHTBAR. Sende uns bis zum 01. Februar 2026 einen kurzen Abstract deiner Idee mit Titel auf Englisch oder Deutsch an: mail@carouselmagazin.com
Wir freuen uns auf deine Einreichung!
Das CAROUSEL MAGAZIN
We are happy to invite you to contribute to the CAROUSEL MAGAZINE ISSUE #01 INVISIBLE and to explore the topic of invisibility in all its forms.
The essential is invisible to the eye.
- The Little Prince
Architecture is considered a discipline of the visible. It materialises in forms, façades and spaces, in plans and images. But behind this visibility unfolds a far greater network of processes, decisions and dependencies that remain invisible. Invisibility is not an exception, but a convention in architectural production.
Invisibility lies in the grey energy stored in building materials. It manifests itself in designs that are never realised and in work that is done but not recognised. As obscure as building law is, it visibly shapes our built environment.
Sustainability is discussed, while carbon emissions persist. Disappearing buildings are invisible, erasing both history and materiality through demolition. Equality is demanded, yet power relations reproduce themselves. Invisibility is inherent in cleaning and repairing, because care and maintenance only become visible when they are lacking.
Invisibility can be a constraint - an expression of precariousness, dependence or exclusion. But it can also be strategic - a form of withdrawal, concealment and marginalisation.
Is the discourse on the built environment already disappearing from the public view? To see, name and question the invisible is therefore the task of architectural discourse and beyond. Let us dare to take a broad view of the INVISIBLE.
Which invisible conventions would you like to make visible?
Share your thoughts, insights and questions in a free format between text, images and other visualisations on the theme of INVISIBLE. Send us a short abstract of your idea with a title in English or German by the 1st of February 2026 to: mail@carouselmagazin.com
We look forward to your submission!
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